12/29/2014

Erfahrungsbericht University of Vaasa Ws 13/14





Erfahrungsbericht „Vaasan yliopisto“

                                                              

·         Vorbereitungen
Die Vorbereitungen seitens der EUV waren exzellent. Im Informationsgespräch mit Frau Reise ist auf sämtliche Fragen eingegangen worden. Die Unterlagen wurden ausgehändigt und erklärt, sodass ein Überblick entstand, was wann zu tun ist. Die Bewerbung an der Vaasan yliopisto war ebenfalls ohne großen Aufwand online möglich. Nach erfolgreicher Einschreibung bekommt jeder Austauschstudent einen Tutor zugewiesen, der für fast alle Fragen eine Antwort hat. Der Kontakt zum Tutor bleibt die ganze Zeit des Austauschs bestehen, was sehr hilfreich ist.
Kurz etwas zum Hin- und Rückflug: Ich bin mit SAS geflogen, was für mich der günstigste Flug war. Angekommen bin ich am 31.07.2014 und habe eine Nacht im Hotel übernachtet. Zurückgeflogen bin ich am 23.12.2014.

·         Sprachkurs und Vorbereitungen vor Studienbeginn
Sehr zu empfehlen ist der „Finnish Intensive Language Course“ (5 ECTS, 90 EUR) der 4 Wochen vor offiziellen Studienbeginn, Anfang August, beginnt. Die Tatsache, dass man 4 Wochen eher im Gastland und an der Universität ist, verschafft einem mehr Zeit alle notwenigen Dinge zu erledigen und dabei weniger Zeitdruck zu haben. Neben dem Einreichen der notwendigen Unterlagen, hat man die Zeit seine Kommilitonen kennenzulernen und seine Wohnung / sein Zimmer einzurichten und mit allem vertrauter zu werden. Die „Studentenunion Vaasa“ stellt ein kleines bzw. großes Survival Kit zusammen. Ich persönlich hatte das Große, welches Bettwäsche, Handtuch und allerlei Geschirr/Besteck enthielt. Dieses hat 70 EUR gekostet. Bei vollständiger Rückgabe erhielt man am Ende 50 EUR zurück. In der letzten Augustwoche finden die Einführungsveranstaltungen zu sämtlichen Belangen statt. Neben der Begrüßung der neuen Erasmusstudenten, stellt jede Fakultät sich und ihre Kurse vor.

·         Unterkunft
Die Unterkunft in Vaasa wird durch VOAS organisiert. Ich kann nur empfehlen gleich nach Bestätigung der Viadrina sich dort anzumelden und sich für einen Platz in einem Wohnheim zu bewerben. (First come- first serve)
Beachten sollte man bei seiner Ankunft, dass nur an bestimmten Wochentagen der Schlüssel abgeholt werden kann.
Ich habe in SUVIBOXI gewohnt, das von vielen vorherigen Erfahrungsberichten nicht empfohlen wird. Eine so schlechte Erfahrung konnte ich nicht machen. Suviboxi ist außerhalb des Stadtzentrums im südlichen Stadtteil: Suvilahti. Es war eine 3er WG und jede Partei erhält ein eigenes Zimmer mit Internetanschluss, Tisch, Stuhl, Bett, Kleider- und Bücherschrank. Das Zimmer in der WG kostete ca. 215 EUR, was für finnische Verhältnisse extrem günstig ist. Das Wohnheim hat eine Sauna, Fahrradkeller und einen Waschraum.
Beachten sollte man, dass ein Fahrrad ein must-have in Vaasa ist. Ohne Fahrrad dauert es von Suviboxi ca. 50 min bis zur Uni und 30 min ins Zentrum. Es ist ratsam sich ein sehr gutes Fahrrad zu beschaffen (ca. 80-100 EUR). Die Investition in ein gutes Fahrrad lohnt sich ganz besonders. Man muss bedenken, dass es jeden Tag (auch bei Schnee und Eis und arktischem Wind) in Gebrauch ist. Ich hatte ein Mountainbike (50 EUR) und musste es wöchentlich reparieren. Außer der Entfernung kann ich nichts Negatives über Suviboxi schreiben. Es gibt zwei Einkaufmöglichkeiten mit Post 2 min entfernt, einen Second-Hand Store um die Ecke und die Bushaltestelle direkt vor dem Studentenwohnheim. Busfahren in Vaasa ist jedoch teuer: 3 EUR pro Strecke. Da in Suviboxi mehrheitlich finnische Studenten wohnen, ist es sehr ruhig.


Wer es lauter und internationaler mag, kann sich für LINNA, TEKLA oder OLYMPIA bewerben. Ich kann auf jeden Fall LINNA (dt. Burg) empfehlen, in dem der Großteil meiner Erasmus Kommilitonen gewohnt hat. Es hat ebenfalls eine Sauna, Waschsalon, Keller und man wohnt  in 2er / 3er WGs (vollmöbliert). Von dort sind es 10 min mit dem Fahrrad zur Uni.

·         Studium an der Gasthochschule
Der Campus der Uni Vaasa ist sehr modern und gerade in den Sommermonaten sehr schön. Alle angebotenen Kurse sind in den jeweiligen Gebäuden, sprich der Campus erstreckt sich nicht auf ganz Vaasa. Ich habe folgende Kurse belegt:
o    Finnish Intensive Langauge Course (vor offiziellen Studienbeginn) – 5 ECTS, 90 EUR
§  Sehr zu empfehlen
o    Introduction to Finance and Accounting (3 ECTS)
§  Als Jura Student bekommt man hier einen guten Einstieg in die Materie
§  Für die Abschlussklausur muss man sich jedoch zusammenreißen und viel lernen
o    Nordic Perspective on Marketing (5 ECTS)
§  Gruppenarbeit, Präsentation und Abschlussklausur
o    Language Buddy (2 ECTS, vergleichbar mit Tandem)
§  Ich hatte bereits an der EUV mit Schwedisch begonnen und wollte meine Kenntnisse erstens nicht vergessen und zweitens vertiefen
§  Man bekommt einen Buddy zugewiesen und lehrt dem anderen seine Muttersprache(n), was viel Spaß macht und erfolgversprechend ist
§  Man kann sich seine Treffen selbst zusammenbasteln
§  Am Ende muss ein Bericht abgegeben werden
o    Market Law, Media Law und Legal Aspects of Electronic Business (7+6+6 ECTS)
§  Self-study courses
§  man sucht sich jeweils 3 Themen aus (oder nimmt die vorgegebenen) und schreibt Essays (5-10 Seiten) zum Thema, auf Englisch
§  Vorteil: man kann sich viel Zeit lassen und die Kurse über das gesamte Semester abarbeiten
§  Wichtig ist sehr viel Selbstdisziplin. Ich habe mit dem Schreiben der Essays erst Anfang November begonnen und man hat am Ende des Semesters sehr viel Druck, besonders durch andere Prüfungen
o    Electricity Trade Law (2 oder 6 ECTS)
§  Kurs an der schwedischsprachigen Svenska Handelshögskolan
§  Anmeldung problemlos über eine Uniübergreifende Vereinbarung (JOO-Agreement)
§  2 ECTS nach Zwischenprüfung
§  6 ECTS nach Abschlussklausur
§  Sehr zeitintensiv und kompliziert, EU Rechtskenntnisse sehr zu empfehlen

Wie man sieht, hatte ich eine bunte Mischung aus vielen Fakultäten. Jura Studenten sind an der Philosophischen Fakultät eingeschrieben; man kann aber problemlos Wiwi Kurse besuchen. Die Abschlussklausuren waren meist schwerer als gedacht, aber sie lassen sich meistern. Die Klausurfragen in den Wiwi Kursen waren entweder durch Berechnungen, Multiple Choice (was nicht immer einfacher ist) oder in Essayform zu beantworten. Zudem hat man viel Zeit zur Verfügung.
Zusätzlich zu meinen Uni Kursen hatte ich noch einen Schwedisch Kurs am Vasa Arbis, vergleichbar mit der dt. VHS. Wer in Vaasa, neben seinen Finnisch Kenntnissen, auch seine Schwedisch Kenntnisse auffrischen will, ist hier gut aufgehoben. Die Stadt ist komplett zweisprachig, heißt, dass man bspw. im Supermarkt immer in zwei Sprachen begrüßt und verabschiedet wird.


·         Alltag und Freizeit

Preise im Alltag
Finnland ist teuer – keine Frage. Am ersten Tag bekommt man in dieser Hinsicht einen Kulturschock. Man gewöhnt sich aber relativ schnell daran und es wird trotzdem jeden Tag darüber geredet. Ein Tipp von meiner Seite: immer die

größten Packungen kaufen, dann hat der Kilopreis annähernd deutsches Preisniveau und man muss nicht so oft einkaufen gehen. Für einen Standard-Wocheneinkauf muss man schon ca. 40 EUR einkalkulieren. Es lohnt sich in der Uni Mensa „Mathilda“ zu Mittag zu essen. Ein komplettes Gericht, inklusive Getränk und Salat mit Brot kostet 2,00 bis 3,20 EUR.

Preise beim „Ausgehen“
Der Eintritt in einem Club ist abhängig von Studentenspezial oder Normal: 3 bis 8 EUR Eintritt. Zusätzlich kommt die obligatorische Abgabe der Jacken an der Garderobe für 2,50 – 3,50 EUR. Ein Bier kostet im Durchschnitt 6 EUR.
Man sollte unbedingt die Angebote der Studentenpartys ausnutzen, besonders SitSit Partys!
Besonders empfehlen kann ich den „schwedischsprachigen“ Pub OlliesInn und das finnische Korrespondent „FONTANA“.

Ausflüge
Die Uni Vaasa und ESN Vaasa bieten etliche Trips an. Ich war im Rahmen des Finnischkurses in Tampere und nach der Einführungswoche auf dem Helsinki-Tallinn Trip (ca.100 EUR). Im Oktober wurde der St.Petersburg Trip von ESN Vaasa angeboten, der mit ca.320 EUR  teuerste Ausflug. St.Petersburg ist eine absolut sehenswerte Stadt. Ende November hat die Uni den Lapland Trip (ca. 215 EUR) angeboten, den keiner missen sollte. Da die Plätze sehr schnell weg sein können, gibt es kein Grund sich zu ärgern: ESN Vaasa bietet zwei weitere Ausflüge nach Lappland an. Wer so viel Glück hatte, wie wir, kann dort oben die Polarlichter bestaunen.
Zwischendurch bin ich ein Wochenende nach Umeå gefahren. Die Fähre legt von Vaasa ab und ist nach 3 Std. In Schweden. Weitere Ausflüge brachten mich nach Jyväskylä, Oulu und Rovaniemi.
Zugfahren in Finnland ist für Studenten sehr günstig. Mit dem entsprechenden Nachweis erhält man 50% Ermäßigung auf alle VR - Bahnfahrten und Busfahrten von Matkahuolto.

Freizeit und Sport
Da ich täglich mit dem Fahrrad an die 15-20km unterwegs war, erübrigte sich ein Fitness Studio für mich. Wer mag, kann in der Stadtschwimmhalle (Uimahalli) schwimmen oder Fitness betreiben. Im August/September hatten wir die Möglichkeit an den zahlreichen kleinen Stränden zu grillen und Volleyball zu spielen. Auch Laufen/Jogging ist in Vaasa ideal und unter den Einheimischen extrem beliebt (bei jedem Wetter oder jeder Temperatur).
Wichtig wäre es vielleicht sich vorab einen Vorrat von Vitamin D Tabletten zu besorgen. Ab Mitte November zeigt sich die Sonne nur relativ selten und ab Dezember, in meinem Fall, einmal alle zwei Wochen.


·         Fazit
Eine „schlechteste“ Erfahrung fällt mir auf Anhieb nicht ein. Negativ war, dass mein Fahrrad oft gestreikt hat und ich mehrmals, besonders in den letzten Wochen und Tagen meines Aufenthalts mehrere Stunden bei frostigen Temperaturen durch ganz Vaasa laufen durfte. Zum Teil wird es auch nervig auf jeden Euro zu schauen, wie ich es immer gemacht habe. Die Momente mit den entstandenen Freundschaften haben meist alles wettmachen können. Sehr schön waren die Ausflüge, das Sammeln von Eindrücken in einer neuen Kultur und meiner entstandenen Leidenschaft zur Fotografie von Polarlichtern.
Wer Zeit findet kann unter http://bit.ly/1CKaVSz meinen Blog einsehen.

Überwiegend kann ich jedem ein Semester in Finnland und in Vaasa ans Herz legen.








                          

12/26/2014

Leben in Suviboxi (Vaasa)

Wie ist das Leben im Studentendorf Suviboxi?
Was gibt es in der Umgebung?
Lebt man dort wikrlich am A**** der finnischen Welt?

Hier ein paar Antworten (einschließlich Beweisaufnahmen), ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Zu allererst hier der offizielle Link zu Suviboxi von VOAS:
http://www.voas.fi/?page=Asuntojen+sijainti&kat=31


Allgemeines zur Umgebung:
Suviboxi liegt im Stadtteil Suvilathi (Sunnanvik) und ist ein reines Wohnviertel.
Nur wenige Schritte entfernt ist die Jäähalli (Ishallen), das Eishockey von Vaasa.
Vom Studentenwohnheim nur wenige Gehminuten entfernt sind zwei Einkaufsmöglichkeiten (K-Market, Sale)
sowie Koti-Pizza.
Hinter der Anlage befindet sich sogar ein SecondHand Store "Suvi-Loppis", die in Finnalnd sich großer
Beliebtheit erfreuen.
Direkt vor dem Gebäude ist die Bushaltestelle Richtung Vaasa Zentrum (Vaasa Keskusta) oder in die entgegengesetzte Richtung. Achtung der Bus fährt im Stundentakt (Stand: Dez. 2014)
Hier zur Buswebseite:
http://bussit.vaasa.fi/bussit/web
Alles in allem erstmal hervorragende Bedingungen.

Wohnen, Studieren und Leben an sich:
Bevor ich mich nach Vaasa aufgemacht habe, bin ich sämtliche Erfahrungsberichte zu Vaasa und natürlich nach meiner Zusage von VOAS, auch über Suviboxi durchgegangen.
Frei von der Leber weg: man liest durchweg negatives über das Studentendorf.
Das betrifft aber nicht die Sauberkeit, die ist in allen Studentenwohnheimen in Vaasa zu Beginn mehr als dürftig. Richtet Euch also auf jeden Fall auf eine große Putzaktion in den ersten zwei Tagen ein.
In diesem Fall kann es also nicht schaden, wenn man den ein oder anderen Lappen und ein Putzspray von zu Hause mitbringt. Putzmittel sind in Finnland über-überdurchschnittlich teuer.
Wichtig ist zudem den Bestandsbogen bezüglich aller Mängel in der Wohnung auszufüllen und innerhalb einer Woche bei VOAS abzugeben. Hier sollte Ihr jeden kleinen Kratzer notieren.

Jaaaaa...Polarlichter über Suviboxi
Im Allgemeinen ist es in Suviboxi ruhig, da nur eine handvoll internationale Studenten dort leben. Vorrangig findet man dort finnische Studenten, teils auch Familien. Unter den Erasmusstudenten hat man sich regelmäßig für ein oder mehr Bier getroffen, also Partytechnisch kein Problem, wenn man die richtigen Leute kennt.

Ein Zimmer in Suviboxi ist vollmöbliert, dass heißt Tisch, Stuhl, Bett, Kleiderschrank, Bücherregal und
Matratze sind vorhanden. In den ersten Tagen ist der Kauf eines Vorhanges unablässig. Da kann man gleich mal den SecondHandStore um die Ecke besuchen:
http://www.suvikirppis.fi/kontakt/

Die Wohnung teilt man sich mit zwei weiteren Studenten. Das Bad hat eine Toilette, eine Dusche und ein Waschbecken, ein Bad halt.
Im "Wohn-Ess-Bereich" ist meistens ein Tisch und zwei Bänke und eine große Küchenzeile. Wenn man Glück stammt der Herd nicht aus den 70er Jahre, so wie unserer :-)

Wie jedes Studentendorf in Vaasa hat auch Suviboxi eine kostenlose Sauna für max. 5 Personen.
Keine Angst die Sauna war (jedenfalls zu meiner Zeit) nie "ausgebucht". Ob man es will oder nicht, man wird in der Zeit seines Aufenthalts zum passionierten Saunagänger.

Gut, was noch...ach ja: es gibt einen Waschraum mit großer Waschmaschine und Trockner. Marken gibt es bei VOAS zu kaufen. Ein Fahrradkeller ist auch vorhanden.

Ja zum Thema Fahrrad in Vaasa, was definitiv einen eigenen Artikel wert wäre; soviel sei gesagt...
ein Fahrrad in Vaasa ist ein MUST-HAVE. Es sollte auch ein gut bis sehr gutes Secondhand Bike sein.
Die meisten Fahrräder werden über die Facebook Gruppe "Second Hand Store Vaasa" angeboten.
Ich hatte ein Mountainbike für 65 EUR und wer billigt kauft, kauft zweimal. Hier der ernstgemeinte Rat:
Kauft Euch bitte ein gutes Rad zwischen 80 und 100 EUR. Ihr spart so schonmal das Geld für Reparaturbedarf und Ersatzteile.
Wenn man besagten Drahtesel gekauft hat, braucht man damit etwa 15 Minuten bis zum Stadtzentrum
und ca. 25 Minuten bis zur Uni, also alles machbare Entfernungen und man spart definitiv das Fitnessstudio.
Die Fahrradwege von und nach Suvilahti sind ohne Eis und Schnee problemlos befahrbar. Ab November/Dezember wenn der erste kräftige Frost und das Schneewetter einsetzt, wird es schon abenteuerlicher :D


Letztendlich ist zu sagen: wenn man ein gutes Fahrrad besitzt, sollte man sich nicht von Suviboxi abgeschreckt fühlen.

Fehlt Euch etwas?
Noch weitere Details?
Tja, rein ins kalte Wasser...


LG